Der wichtigste Rohstoff überhaupt: Wasser
Am 22. März ist wieder Weltwassertag. An diesem Tag soll auf die Ressource Wasser als Lebensgrundlage aufmerksam gemacht werden. Wasser bietet nicht nur Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, Wasser ist auch wichtige Energiequelle, bedeutender Rohstoff und damit auch ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor. Durch die zunehmende Wasserknappheit infolge des Klimawandels wächst auch in Europa und bei uns das Bewusstsein, dass Wasser keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Bei nicht einmal drei Prozent des verfügbaren Wassers auf der Erde handelt es sich um Süßwasser. Und auf dieses Süßwasser wollen immer mehr Menschen zugreifen. Die Vereinten Nationen nutzen den Weltwassertag, um auf die globale Wasser- und Sanitärkrise hinuweisen. Noch immer haben 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und 3,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicheren Sanitäranlagen. Täglich sterben weltweit mehr als 1.000 Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser, fehlende Sanitäreinrichtungen und mangelnde Hygiene verursacht werden (Quelle: UNICEF). Das sollte man bei aller derzeitigen Aufregung um steigende Gas- und Ölpreise nicht ganz vergessen.
Water and Gender, Wasser und Geschlechtergerechtigkeit
In diesem Jahr richtet sich der Fokus des Weltwassertags auf den Aspekt „Water and Gender“, weil die globale Wasserkrise nicht alle Menschen gleichermaßen betrifft. Wenn Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen haben, leiden Frauen und Mädchen deutlich stärker unter diesen Umständen als Männer. Denn in Regionen, in denen Trinkwasser knapp ist, sind es regelmäßig Frauen und Mädchen, die die Aufgabe haben, das lebensnotwendige Wasser zu besorgen. Sie müssen oft mehrmals am Tag stundenlang viele Kilometer laufen und schwer tragen. Sie leiden körperlich unter den Strapazen und haben in all dieser Zeit keine Möglichkeit zu lernen, Geld zu verdienen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, was ihre Chancen insgesamt im Leben deutlich mindert.
Situation in Deutschland
In Deutschland leben wir, so gesehen, natürlich in privilegierten Verhältnissen. Aber die Hitzerekorde der letzten Sommer haben, verbunden mit den Dürreperioden, dazu geführt, dass an knapp 50 Prozent der insgesamt 6.700 Messstellen in Deutschland das Grundwasser zwischen 2018 und 2021 auf den tiefsten Stand seit 1990 gefallen ist. Auf dem interaktiven Grundwasser-Atlas von Correctiv kann man sehen, wo in Deutschland das Grundwasser seit 1990 sinkt, gleich bleibt oder steigt.
Die gute Nachricht ist, dass wir In Deutschland im Durchschnitt pro Kopf deutlich weniger Wasser als in früheren Jahrzehnten verbrauchen. Während jede Person im Jahr 1991 noch 144 Liter Wasser pro Tag verbrauchte, waren es 30 Jahre später im Jahr 2022 noch 126 Liter (Quelle: Umweltbundesamt).
Doch die indirekte oder virtuelle Wassernutzung, also der Wasserverbrauch für die Herstellung von Nahrungsmitteln und Konsumgütern, bleibt nach wie vor hoch: Hier verbrauchten wir 2022 pro Kopf 48 gefüllte Badewannen täglich, eine erschreckende Zahl.
Wie lässt sich die virtuelle Wassernutzung reduzieren?
Da die Produktion tierischer Lebensmittel bis zu 55 Prozent mehr Wasser benötigt als pflanzliche, erreicht man durch eine fleischarme Ernährung eine deutliche Verbesserung des eigenen „Wasserfußabdrucks“. Auch sollte man regionale und saisonale Lebensmittel bevorzugen und vor allem den Kauf von Produkten aus wasserarmen Regionen vermeiden. Ansonsten ist „bewusster Konsum“ die Richtschnur für die Reduzierung der virtuellen Wassernutzung. Ob Kleidung, Möbelstück oder elektronisches Gerät: alles so lange wie möglich nutzen und wenn möglich dem Kreislauf wieder zuführen!
Herzliche Grüße,
Ihr Daniel Schmid


Folgen Sie uns auch hier: