Stil-Ikone Audrey Hepburn in der Schweiz, 1954. Foto: Hans Gerber, CC BY-SA 4.0 · <a href="http://doi.org/10.3932/ethz-a-000105877" target="_blank" rel="noopener">http://doi.org/10.3932/ethz-a-000105877</a> · <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42574918" target="_blank" rel="noopener">https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42574918</a>

Stil-Ikone Audrey Hepburn in der Schweiz, 1954. Foto: Hans Gerber, CC BY-SA 4.0 · http://doi.org/10.3932/ethz-a-000105877 · https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42574918

Es gibt Stil-Ikonen wie beispielsweise Coco Chanel, Jackie Kennedy, Audrey Hepburn, James Dean oder Cary Grant, die einen eigenen Stil kreiert haben und diesem ihr ganzes Leben lang treu geblieben sind. Andere, wie z. B. Madonna, erfinden sich dagegen alle paar Jahre neu und setzen kurzfristige Trends in der Mode.

Wie wichtig ist uns die äußere Erscheinung?

Die meisten von uns „normalen“ Menschen erleben die Beschäftigung mit unserem Äußeren wohl auch nicht immer gleich. Während bestimmter Phasen im Leben geht man mit der Mode und kann Jahre später nur noch den Kopf darüber schütteln, was man da meinte, mitmachen zu müssen. Manchmal markieren äußerliche Veränderungen – ein neuer Haarschnitt (!) – die eigene innere Entwicklung. Vielleicht hat man die Ausbildung beendet, den Arbeitsplatz gewechselt oder auch eine schwierige Lebensphase hinter sich, jedenfalls möchte man deutlich machen: das liegt hinter mir, jetzt beginnt etwas Neues! In anderen Lebensabschnitten findet man wiederum gar nicht die Zeit, sich groß Gedanken um Mode und Stil zu machen, und ist froh, wenn man einigermaßen passende und saubere Kleidung im Kleiderschrank vorfindet…

Will ich wirken, wie ich wirke?

Sie kennen bestimmt auch dieses Gefühl: Sie stehen vor dem Spiegel, sehen sich mit Ihrer Frisur und der Kleidung, die Sie nun schon seit einigen Jahren tragen, und auf einmal spüren Sie: das alles passt nicht mehr so richtig zu mir! Was sich zu Zeiten der Ausbildung oder der Kleinkinderphase lässig und bequem anfühlte, wirkt auf einmal abgetragen, gar ungepflegt. Der Kleiderschrank ist zwar übervoll, aber kaum ein Teil ist darin, mit dem man sich rundum angezogen und wohl fühlt. Meist fällt dann der  berühmte Satz: „Ich-hab-nichts-anzuziehen!“

Auch Schaufensterpuppen wollen gut angezogen sein, wie hier in Uzès, Südfrankreich.Kleidung sollte wie eine zweite Haut sein

Von Karl Lagerfeld stammt das unterhaltsame Zitat, wer ausschließlich und nicht nur zu Hause in Jogginghosen rumlaufe, habe „die Kontrolle über sein Leben verloren“. Ich denke: nichts gegen eine gewisse Lässigkeit, und solange man sich wohlfühlt darin: wunderbar. Wenn das Desinteresse am eigenen Äußeren jedoch mit einer inneren Nachlässigkeit gegenüber sich selbst einhergeht, ist es vielleicht doch an der Zeit, sich zu fragen, warum man die eigenen Bedürfnisse immer hinten anstellt und es immer und überall scheinbar Wichtigeres gibt. Denn eigentlich wäre es doch schön, wenn sich Kleidung wie eine zweite Haut anfühlen würde, oder nicht?

Gar nicht so einfach: den eigenen Stil finden

Mit dem ersten Schritt, wieder mehr auf sich und die äußere Erscheinung achten zu wollen, ist es aber oft nicht getan. Worin fühlt man/frau sich wohl, und was steht einem eigentlich wirklich? Es ist gar nicht so einfach, den eigenen Stil zu finden! Vielleicht gibt es viel zu viele Kleidungsstücke, in denen Sie sich wie verkleidet vorkommen oder die Stücke passen einfach nicht mehr zu den Bedürfnissen Ihres Alltags? Die sich ständig und immer rascher verändernden Modetrends erschweren die Auswahl zusätzlich.

Das Kleiderschrank-Projekt

Anuschka Rees: Das Kleiderschrank-Projekt. Anuschka Rees hat in ihrem 2017 erschienenen und viel besprochenen Buch „Das Kleiderschrank-Projekt“ diesen nicht einfachen Prozess beschrieben und gibt auf unterhaltsame Weise Tipps zur Vorgehensweise, wie man über die Schritte Bestandsaufnahme, Suche nach Inspiration, Experimente und schließlich Beschränkung zu einem eigenen Stil finden kann, in dem man sich rundum wohlfühlt. Wer seinen Stil gefunden hat, gibt übrigens in der Regel eher weniger für Kleidung aus als vorher, weil dann Spontankäufe selten werden. Das hat neben dem eigenen Wohlfühlaspekt eine zweite positive Auswirkung auf die Umwelt: Denn nach der Ölindustrie gilt die Modeindustrie als zweitgrößter Umweltverschmutzer der Welt.

Für Interessierte hier die Informationen zum Buch:

Anuschka Rees: Das Kleiderschrank-Projekt, DuMont Buchverlag, ISBN: 978-3-8321-9926-5

Herzliche Grüße

Daniel Schmid

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