Kenzo liebte es bunt wie die Natur: seine Kollektionen waren Ausdruck von Lebensfreud

Kenzo liebte es bunt wie die Natur: seine Kollektionen waren Ausdruck von Lebensfreude

Mit etwas Verspätung möchte ich an den am 4.Oktober 2020 verstorbenen großen Modeschöpfer Kenzo erinnern. Der weltweit erfolgreiche japanische Modedesigner verstarb im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Infektion in Neuilly bei Paris.

Kenzo Takada, wie der Modeunternehmer mit vollem Namen hieß, zeigte wohl schon als Kind großes zeichnerisches Talent und blätterte gern in den Modezeitschriften, die seine Schwestern lasen. Früh entwarf und schneiderte er erste Modelle für Puppen. Sein Studium an der renommierten Bunka-Gakuen-Modeschule in Tokio, das er gegen den Wunsch seiner Eltern aufnahm, schloss er mit Auszeichnung ab. Danach arbeitete er als einfacher Stylist in einer Kaufhauskette in Tokio. Im Jahr 1965 kam er mit Mitte Zwanzig nach Frankreich und wollte dort eigentlich nur für ein paar Wochen bleiben – Paris sollte zu seiner Wahlheimat werden. 1970 hat Kenzo sein Label in der französischen Hauptstadt gegründet und erschuf mit seiner Kollektion „Jungle Jap“ gleich einen ersten großen Erfolg.

Seine Kollektionen: bunt und üppig

Kenzos Modeschauen waren bekannt für ihre spektakulären Inszenierungen mit aufwendigen Kulissen. Seine Kreationen bestachen durch ihre Farbenfroheit und ihre ungewöhnlichen, leuchtenden Muster, die er unkonventionell miteinander mischte. Nach den sechziger Jahren, die von eng anliegender Kleidung geprägt waren (hohe Stiefel, Miniröcke und Rollkragenpullis), empfand man Kenzos weite Schnitte wie eine Befreiung. Asiatische Elemente verband er mit europäischem Stil und einer oft tropisch anmutenden Farbenwelt. Schnell eroberte Kenzo damit auch die anderen Metropolen der Welt. Dennoch blieb er recht bescheiden. Von Kenzo stammt der Satz: „Nicht das Kleid bestimmt den Körper, sondern der Mensch, der in ihm steckt.“ Später kreierte der Japaner auch erfolgreiche Parfums wie „Kenzo“ und „Jungle“.1993 verkaufte Kenzo seine Marke an den französischen Luxuskonzern LVMH, im Jahr 1999 zog sich der Designer ganz zurück.

Machen Kleider Leute?

Elke Heidenreich, Männer in Kamelhaar-Mänteln. Frisurenblog-BuchtippWer übrigens Lust hat, ein sehr unterhaltsames Buch über Kleider und Mode zu lesen, dem sei das neue Buch von Elke Heidenreich „Männer in Kamelhaarmänteln“ ans Herz gelegt. In kurzen Geschichten erzählt Heidenreich von Kleidern und Schuhen, Frisuren und Mode(-unfällen), wie es so nur wenige können. Einmal verliebt sie sich in Venedig in ein Kleid und kauft es, obwohl sie weiß, dass sie es niemals wird tragen können, weil es ihr viel zu klein ist. In einer anderen Geschichte geht es um die ärgerliche Verwechslung eines Mantels nach einem Restaurantbesuch, die dann aber zu einer romantischen Beziehung führt. Mal sind die Geschichten komisch-witzig, mal überraschend, mal traurig. Immer erzählt Heidenreich vom Leben mit unverstelltem Blick und viel menschlicher Wärme. Ein Buch für lange Herbst- und Wintertage und auch ein wunderbares Geschenk zu Weihnachten!

Herzlich,
Ihr Daniel Schmid

Informationen zum Buch

Elke Heidenreich:
Männer in Kamelhaarmänteln
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
ISBN-13 : 978-3446268388
Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; 3. Auflage (21. September 2020)

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