Sommer, Blauer Himmel, Möwen | Schöne Postkarte Nr. 89 | © www.schoenepostkarten.de

Nach diesen plötzlichen Sommertemperaturen am Wochenende erwachen die Lebensgeister! Und mit ihnen die Lust auf Sommerkleider, Sommernächte und Sommergefühle …

 

Ein Jahr lang Modeaskese

Gefühlt ein Jahr hat man sich fast ausschließlich in Jogginghosen, Kapuzenpulli und Turnschuhen gekleidet. Die eleganten, aber häufig auch etwas unbequemen Kleidungsstücke hingen wie verwaiste Teile im Schrank. Klar, den Trend zum bequemen Outfit hat es schon vor Corona gegeben. Insofern war dies einer der wenigen Lebensbereiche, in dem wir gut auf die Pandemie vorbereitet waren. Doch langsam wird es Zeit, die Mode-Askese zu beenden.

Denn was macht das mit uns auf Dauer?

„Wer sich dauerhaft in Jogginghosen kleidet, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Das hat Karl Lagerfeld, der berühmte verstorbene Modedesigner, lange vor der Pandemie gesagt, und selbst er hätte, wenn er die Pandemie erlebt hätte, eine kreative Antwort auf diese neuen Lebensbedingungen finden müssen. Aber was er damals meinte, trifft wohl immer noch einen wahren Kern: Dieses „Lotterleben“ macht auf Dauer unzufrieden und müde. Mich hat auch überrascht, dass sich der Trend zur lockeren, ja fast ungepflegten Kleidung auch dort verbreitet hat, wo die Menschen in der Öffentlichkeit stehen wie in der Politik. Viele schlecht sitzende Anzüge und Hemden, und auf die Krawatte verzichten sowieso immer mehr Politiker. Verstehen Sie mich richtig: niemand erwartet, dass ein Politiker nach einer stundenlangen nächtlichen Sitzung wie aus dem Ei gepellt aussieht. Aber noch nie war es so einfach, über eine gepflegte äußere Erscheinung auch ein Statement über seine Ernsthaftigkeit und Vertrauenswürdigkeit abzugeben. In einem Wahljahr wie diesem vielleicht kein schlechter Tipp.

Schlecht für die Modebranche, gut für die Umwelt

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist | Schöne Postkarte Nr. 108 | © www.schoenepostkarten.deFür die Textilindustrie und den Mode-Einzelhandel ist der weggefallene Konsum ein äußerst schwerer Einbruch, keine Frage. Für die Umwelt ist hingegen die Erkenntnis, dass man einiges von dem, was man für unerlässlich hielt, gar nicht braucht, eine durchaus positive Entwicklung. Weil dadurch lebenswichtige Ressourcen wie Wasser eingespart werden. Langfristig wäre sicher eine bewusste Haltung beim Einkaufen von Kleidungsstücken wohl das Vernünftigste: gegenüber sich selbst und gegenüber einer Modebranche, die mit Kreativität Antworten auf neue Bedürfnisse hoffentlich finden wird.

Ein schöner Sommer 2021

Nicht nur die sinkenden Inzidenzzahlen und die inzwischen erfreuliche Entwicklung beim Impfen versprechen einen schönen Sommer 2021. Zeit also, die tristen, ausgebeulten Haushosen in den Schrank zu legen. Und warum sich nicht inspirieren lassen von der Frühlings- und Sommermode der großen Designer?

Herzliche Grüße,

Ihr Daniel Schmid

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