Der Farbstoff Melanin bestimmt unsere natürliche Haarfarbe und sorgt für eine Vielfalt an Haarfarben. Da sich die Produktion von Melanin im Laufe des Lebens ändert, verändert sich auch unsere natürliche Haarfarbe.

Der Farbstoff Melanin bestimmt unsere natürliche Haarfarbe und sorgt für eine Vielfalt an Haarfarben. Da sich die Produktion von Melanin im Laufe des Lebens ändert, verändert sich auch unsere natürliche Haarfarbe.

Wie kommt es eigentlich, dass es so viele verschiedene natürliche Haarfarben gibt?

Nun, die Haarfarbe wird durch Melanin bestimmt. Das ist ein Pigment, das in spezialisierten Zellen, den Melanozyten, in den Haarfollikeln produziert wird. Dabei gibt es zwei Haupttypen von Melanin: das Eumelanin – ein dunkelbraunes bis schwarzes Pigment – und das Phäomelanin – ein gelblich-rotes Pigment. Aus der Mischung, der Konzentration und der Verteilung dieser beiden Pigmente ergibt sich die gesamte Bandbreite der natürlichen Haarfarben – von hellstem Blond über Rotbraun bis Schwarz. Das Ganze ist genetisch kodiert, und es sind viele Gene beteiligt, die zusammenwirken. So entstehen unglaublich viele Kombinationen und schließlich unsere Vielfalt an natürlichen Haarfarben.

Veränderungen der natürlichen Haarfarbe

Vielleicht gab es das in Ihrer Familie auch schon mal zu beobachten: Ein Neugeborenes hat die ersten Wochen oder Monate einen dunklen Schopf. Diese ersten Haare verliert es dann, und es wachsen helle, blonde Haare nach. Manchmal wechselt die Haarfarbe auch ohne Haarverlust, dann sind die Haarspitzen dunkel und das Haar nahe der Haarwurzel hell. Grund hierfür ist, dass das erste Haar des Babys, das man Lanugo bzw. Vellushaar nennt, noch im Mutterleib unter hohem Hormonspiegel (v. a. Östrogen) gebildet wird. Nach der Geburt normalisiert sich der Hormonhaushalt. Die Follikel stellen auf die genetisch „eigentliche“ Melaninproduktion um – die oft zunächst heller ist.

Babys verändern ihre Haarfarbe in den ersten Monaten. Dieser Wonneproppen hatte bei seiner Geburt dunkle Haare, hier auf dem Bild sind die Haare an den Spitzen noch braun und dann blond.

Babys verändern ihre Haarfarbe in den ersten Monaten. Dieser Wonneproppen hatte bei seiner Geburt dunkle Haare, hier auf dem Bild sind die Haare an den Spitzen noch braun und dann blond.

Dunkleres Blond in der Jugend

Das erklärt auch, weshalb sich in der Jugend oft noch einmal die Haarfarbe auf natürliche Weise wandelt. Während der Pubertät verändert sich der Hormonspiegel drastisch. Androgene (v. a. Testosteron und seine Derivate) stimulieren die Melanozyten, mehr Eumelanin zu produzieren. Deshalb dunkeln viele von Natur aus blonde Menschen in der späten Jugend nach – oft zu Dunkelblond oder Hellbraun. Dieser Effekt ist bei Männern tendenziell sogar noch etwas stärker.

Die ersten weißen Haare

Mit zunehmendem Alter erschöpfen sich die melanozytären Stammzellen im Haarfollikel. Die Melanozyten können sich nicht mehr ausreichend erneuern und stellen schließlich die Melaninproduktion ein. Das Haar wächst dann ohne Pigment nach – es erscheint weiß, weil das Keratin des Haares selbst farblos ist und Licht streut. Dazu kommt: Melanozyten produzieren als Nebenprodukt ihres Stoffwechsels Wasserstoffperoxid (H₂O₂), das normalerweise durch das Enzym Katalase abgebaut wird. Im Alter sinkt die Katalase-Aktivität, H₂O₂ reichert sich an und zerstört das Melanin von innen – die Haare bleichen also gewissermaßen auch von selbst aus. Dass die Haare nicht weiß wirken, sondern grau, liegt wiederum an ihrer Umgebung, dem noch pigmentierten Haar. Die Melange aus pigmentiertem und weißem Haar erscheint grau.

Unsere Haarfarbe ist also sehr wandelbar und das ein Leben lang! Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie mehr zum Thema Haarfarbe und Haare färben wissen möchen. Wir beraten Sie gerne!

Herzliche Grüße

Ihr Daniel Schmid

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