Locken sind „in“
Lange Zeit sah man nur noch lange, glatt gestylte Haare, insbesondere bei jungen Frauen. Schön, dass nun Locken und Wellen wieder voll im Trend liegen. Moment, was ist eigentlich der Unterschied? Wann spricht man von lockigen, wann von welligen Haaren? Genau genommen unterscheidet man zwischen welligem, lockigem und krausem Haar. Vereinfacht gesagt, liegt welliges Haar zwischen glattem und lockigem Haar. Die Haare bilden sanfte, s-förmige Wellen, meist ab Ohrhöhe beginnend. Ihre Haarstruktur ist oft fein bis mittel und kann leicht zu Frizz neigen, besonders bei Feuchtigkeit. Wellen wirken natürlich voluminös und lebendig, haben aber weniger Sprungkraft als echte Locken. Wichtig für welliges Haar ist deren richtige Pflege: leichte Feuchtigkeitsprodukte, die die Haare nicht beschweren, dann bleibt ihre schwungvolle Form erhalten.
Lockiges Haar zeigt deutlich definierte Windungen, die von großen Korkenziehern bis zu kleinen Spiralen reichen können. Die Struktur ist meist dicker und poröser, wodurch das Haar schneller Feuchtigkeit verliert, aber auch mehr Volumen aufweist. Locken reflektieren seltener das Licht, was sie oft matter erscheinen lässt. Locken profitieren von reichhaltiger Feuchtigkeitspflege, Stylingcremes und regelmäßiger Tiefenpflege, um Sprungkraft und Definition zu bewahren.
Krauses Haar besitzt die engste Windung. Es wächst in feinen, zickzackförmigen Mustern, die oft erst bei genauerem Hinsehen sichtbar sind. Diese Haarstruktur ist sehr trocken, da natürliche Öle die engen Windungen kaum durchdringen. Krauses Haar wirkt dicht und voluminös, ist aber zugleich empfindlich und bricht leicht, wenn es zu wenig Feuchtigkeit erhält. Schützende Frisuren und ölbasiertes Styling unterstützen die Elastizität und verhindern Feuchtigkeitsverlust.

Ob wellig, lockig oder kraus – jedes Haar hat seine eigene Schönheit. Entscheidend ist, seine Struktur zu verstehen und gezielt zu pflegen, um natürliche Definition, Glanz und Gesundheit zu bewahren.
Woher kommen die Locken?
Unsere Haare wachsen in sogenannten Haarfollikeln, die sich zwischen der Hautoberfläche und der Fettschicht befinden. Entscheidend für die Entstehung von Locken ist, welchen Querschnitt der Haarfollikel hat. Ist die Follikelform rund, sind die Haare glatt, ist die Follikelform oval, sind die Haare wellig. Damit sich die Haare richtig locken, muss die Follikelform stark elliptisch sein. Die Folikelform kann sich mit dem Alter oder auch durch Hormone verändern, weshalb sich dann auch die Haarstruktur ändern kann.
Wie häufig sind Locken und Wellen?

Auch Friedrich Schiller (1759 – 1805) hatte Locken, wie diese Büste im Schillerhaus in Weimar zeigt.
Etwa 15 Prozent der Frauen, bezogen auf Mitteleuropa, tragen Naturlocken. Wellige Haare gibt es mit etwa 35 Prozent deutlich häufiger. Knapp 5 Prozent haben extrem lockiges bis krauses Haar. Bleiben rund 45 Prozent, die glatte Haare haben. Nur 6 Prozent von diesen klagen über zu glattes Haar – d. h. viele haben zumindest etwas Bewegung im Haar. Viele Frauen haben durchaus Wellen im Haar, merken es aber nicht, weil sie die Haare aus Gewohnheit in nassem Zustand glatt kämmen oder trocken bürsten, falsch schneiden lassen oder sie anders glattstylen.
Lockiges Haar benötigt besonderen Schnitt und Pflege
Da Locken sich hochziehen, wirkt gelocktes Haar bei gleicher Haarlänge immer kürzer als glattes Haar. Das ist beim Schnitt von welligem bis lockigem Haar immer zu beachten. Häufig sind die Locken nicht überall am Kopf gleich stark ausgeprägt, auch das lässt Schnitte schnell ungleichmäßig wirken. Bei zu langen Haaren hängen sich Locken aus, bei zu vielen Stufen wirkt das Haar undefiniert. Lockiges Haar richtig zu schneiden benötigt deshalb viel Erfahrung. Lassen Sie sich von uns in Schnitt und Pflege beraten, damit Ihre Wellen oder Locken voll zur Geltung kommen!
Herzliche Grüße
Ihr Daniel Schmid

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