
Wer einen Garten hat, der sammelt ganz selbstverständlich Regenwasser, um nicht unnnötig Trinkwasser zum Gießen zu vergeuden. Warum fällt uns der schonende Umgang bei anderen Ressourcen manchmal so schwer?
Wenn die Erde erschöpft ist
Wissen Sie, was auf den 10. Mai diesen Jahres fiel? Ich wusste es auch nicht: es war der sogenannte Erdüberlastungstag für Deutschland. Dieser Tag, inzwischen auch als Erderschöpfungstag bezeichnet (auf Englisch: Earth Overshoot Day), wird jedes Jahr vom Global Footprint Network für einzelne Länder berechnet. Vereinfacht ausgedrückt wird das Verhältnis zwischen der weltweiten Biokapazität und dem nationalen ökologischen Fußabdruck gebildet. Man kann damit zeigen, auf welches Datum der weltweite Überlastungstag fallen würde, wenn die gesamte Weltbevölkerung den gleichen Ressourcenverbrauch und Lebensstil wie das jeweilige Land hätte. Je früher der Tag im Jahr ist, desto schneller der Ressourcenverbrauch und desto geringer die Erholungszeit der Natur. Zur Erinnerung: Der Weltüberlastungstag markiert den Tag im Jahr, an dem die Menschheit alle natürlichen Ressourcen verbraucht hat, die das Ökosystem unserer Erde innerhalb von einem Jahr herstellen kann. Für alle Länder weltweit zusammen ist dieser Tag in 2026 auf den 30. Juli prognostiziert. Wer sich mehr dafür interessiert, der findet bei Umweltschutzorganisationen wie der WWF Deutschland viel Informationen.
Deutschland im Vergleich
Klar, es gibt Länder in der EU, da ist der Ressourcenverbrauch noch höher, bzw. schneller, Österreich beispielsweise, da war der Erdüberlastungstag bereits am 1. April oder Frankreich, da war es der 24. April in diesem Jahr. Am spätesten erreicht innerhalb Europa übrigens Ungarn den Erdüberlastungstag, nämlich am 24. Juni für 2026. Dass das Bewusstsein für einen schonenderen Ressourcenverbrauch nur sehr langsam wächst, zeigt die sehr langsame Verschiebung des Erdüberlastungstags nach weiter hinten im Jahr. So fiel der Overshoot Day für Deutschland in 2025 auf den 3. Mai und in 2024 auf den 2. Mai. Immerhin: er verschiebt sich nach hinten, aber es ist dennoch ernüchternd. Zudem verschärft der Klimawandel die Gegebenheiten: während Hitzeperioden mit hoher Verdunstung rufen auch in Deutschland mehr und mehr Kommunen zum Wassersparen auf.

Blue Marble, Eastern Hemisphere March 2014 | © NASA Earth Observatory | CC BY 2.0 | Wenn alle Menschen so leben würden wie die Menschen in Deutschland, bräuchten wir 2,8 Erden.
Fossile Ressourcen
Dass in einer Zeit, in der fossile Ressourcen wie Erdöl und Erdgas durch Kriege erneut knapp werden und deshalb teurer, von staatlicher Seite kein deutlicher Aufruf zum Sparen dieser Ressourcen erfolgt, ist mehr als merkwürdig, eigentlich: nicht mehr verständlich. Sowieso für uns Schwaben, die gerne sparen. Für viele Menschen könnte doch gerade diese erneut aufgezeigte Abhängigkeit von fossiler Energie ein Impuls dafür sein, über den eigenen Verbrauch und andere Energiequellen nachzudenken. Dazu bedarf es keiner Ideologie, sondern nur etwas Pragmatismus. Wenn man sich die Entwicklung des E-Bike-Markts in Deutschland anschaut – der Bestand an Fahrrädern und E-Bikes wächst laut ZIV kontinuierlich –, scheinen wir, also die Bevölkerung in Deutschland, manchmal weiter zu sein als unsere Regierung. Natürlich gibt es auch Menschen, die auf ihr Auto täglich angewiesen sind und keine Alternativen zu diesem haben. Für diese sind steigende Spritpreise eine Belastung, keine Frage.
Wie Sprit beim Fahren sparen?
Mit einer adaptierten Fahrweise und Beachtung von ein paar Regeln lassen sich laut ADAC leicht 20 Prozent an Sprit einsparen. Hier seien nur ein paar aufgezählt:
- Frühzeitig hochschalten, da der Verbrauch an Sprit im ersten Gang besonders hoch ist
- Beim Beschleunigen viel Gas geben, denn wer zügig beschleunigt, kommt schneller in die höheren Gänge und spart damit Sprit
- Vorausschauend fahren bedeutet: früh vom Gas gehen und Motorbremswirkung nutzen
- Beim Ausrollen den Gang drinlassen wegen der Schubabschaltung (im Leerlauf verbraucht der Motor nämlich weiter Sprit, im Gang nicht, solange man kein Gas gibt)
- Gewicht reduzieren: das Auto von unnötigem Balast (Dachträger, Getränkekisten usw.) befreien
Den eigenen Ressourcenverbrauch berechnen
Wer seinen eigenen Ressourcenverbrauch und damit auch seinen CO2-Fußabdruck berechnen möchte, kann dies mithilfe des Umweltbundesamtes hier tun. Im Ratgeber auf der selben Seite findet man übrigens auch viele Tipps, wie man (noch) mehr Nachhaltigkeit in seinen Alltag bringen kann! Auch lokale Betriebe wie zum Beispiel die Stadtwerke Reulingen bieten auf Ihren Seiten Tipps zum Thema Energie sparen.
Herzliche Grüße,
Ihr Daniel Schmid
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